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Thunder In Paradise - Das Kaffeeklatschmagazin aus OK-Town
Neue Besen kehren gut, heißt es bekanntlich. Ob gut nun besser bedeutet, wird sich zeigen, aber man hält sich treu an das Motto einer ehemaligen deutschen Indie-Pop Band, die vor ein paar Jahren sang: "Man kann sicher nicht behaupten, dass es besser wird, wenn es anders wird, aber anders muss es werden, wenn es gut werden soll." Von neuen, innovativen Ideen ist bisher jedoch nichts zu erkennen. Das Team wurde ohne kurzfristige Veränderungen in die Saison geschickt und lässt bisher jegliche Andeutungen einer Handschrift des neuen General Managers vermissen. Vielleicht bringt das geführte Interview unseres Spitzenreporters Olaf Woodcock, ehemaliger, ehrenamtlicher Masseur der Damen-Bodenturnabteilung der Tipton Tiffanys, etwas Licht in die bisher nicht erkennbaren Vorhaben und vor allem auf den unbekannten Fädenzieher unserer geliebten Thunder.
Olaf Woodcock: "Ich freue mich Sie begrüßen zu dürfen, Herr, hmm, Walrus?!"
Walrus: "Walrus passt. Duzen ist sogar auch erlaubt."
O.W.: "Fein fein. Also, die brennenste Frage zuerst. Wie in Teufelsnamen kam der Vorstand der Thunder auf die dämliche Idee dich als neuen G.M. zu präsentieren? Für die Experten bist du ein unbeschriebenes Blatt mit keinerlei Erfahrungen im Basketballbereich. Manche glauben sogar, dass deine Anstellung nur zu P.R.-Zwecken getätigt wurde um wenigstens abseits des Courts in den Medien vertreten zu sein und nicht nur durch miese Ergebnisse zu glänzen."
W.: "Verständlich. Nächste Frage."
O.W.: "Ich hätte aber gerne ein Antwort auf die erste Frage."
W.: "Und ich hätte gerne einen gescheiten Scorer im Team. Man muss lernen mit dem zufrieden zu sein was man hat und bekommt."
O.W.: "Jetzt mal stop hier! Wir wollen ein seriöses Interview führen. Die NBA ist schließlich keine Karnevalsliga und obwohl wir ein Klatschmagazin sind, möchte unsere Leserschaft investigativen Journalismus sehen."
W.: "Dann kann ich die Bestellung der neuen Funkemariechenkostüme unserer Cheerleader wohl stornieren und meine motivierenden Büttenreden vor den kommenden Spielen streichen. Aber, ok. Die Anschuldigung, ich könne auf keine Erfahrungen im Basketballbereich zurückgreifen, erachte ich als haltlos. Ich habe mindestens 3 Teile der NBA Live Serie gespielt. 2000, 2004 und 2008. Na? Ist das etwa nichts?! Die Experten scheinen über unzureichende Quellen zu verfügen. Natürlich waren bisher andere Sportarten meine Steckenpferde, aber sind wir mal ehrlich; so schwer wird es schon nicht sein. Statt 11 Idioten auf dem Feld zu haben, muss ich mich nun um weitaus weniger Spieler kümmern. Woran sollte es also scheitern?"
O.W.: "Wunderbar. Solche Antworten wollen wir lesen! Nächste Frage: Wie sehen die Ziele für die Zukunft aus?"
W.: "Immer einen Korb mehr als der Gegner zu werfen. Wenn das klappt, schwimmen wir im Erfolg. Ich bin jedoch Realist genug um zu wissen, dass dieser Plan leicht übersehbare Lücken hat. Mein Vorgänger hat mir einen ordentlichen Kader mit keinen allzu großen Baustellen überlassen. Hier und da werde ich die Schrauben noch justieren müssen, den kurzfristigen Minierfolg jedoch nicht über die langfristige Planung stellen. Die Playoffs sind stets das Minimalziel, werden aber niemals auf Kosten des Potenzials meines Kaders erzwungen. Lieber ein paar Jahre lang eine Durststrecke erleiden und die Grundlagen für einen Run auf den Titel legen, statt im trostlosen Mittelfeld der Liga zu schimmeln ohne Chance auf eine rosige Zukunft."
O.W.: "Und das heißt konkret?"
W.: "Der Kader wird sich vorerst nicht großartig verändern. Blinder Aktionismus in Form von Trades ist recht unwahrscheinlich. Die erste Saison nutze ich als Testphase, poche auf die stetige Verbesserung meiner Spieler in den kommenden Jahren und ergänze die Problemstellen lieber gezielt. Es würde arg in die Hose gehen, wenn ich dem Team von heute auf morgen ein komplett neues Gesicht geben wollte."
O.W.: "Neues Thema. In der Öffentlichkeit sieht man dich oft mit einem Trikot der Seattle SuperSonics herumlaufen. Dir ist aber schon bewusst, dass du dich in Oklahoma befindest und die Sonics Vergangenheit sind?"
W.: "Ja, klar. Wie gesagt. Nehmen was man bekommt. Das sind alte Überbleibsel der Fanartikel aus der Kammer meines Büros und ich durfte sie behalten. Umsonst! Ohne etwas dafür zu bezahlen! UMSONST! Schrempf, Payton, Kemp, Allen, McGrady. Sämtliche Trikots der Stars..."
O.W.: "McGrady spielte aber nie bei den Sonics..."
W.: "Die Farben der McGrady-Trikots haben auch einen deutlichen Blauton. Das kam mir sofort komisch vor."
O.W.: "Soviel zum Thema Kompetenz und Erfahrung."
W.: "Hey!"
O.W.: "Letzte Frage: Darf ich dich massieren?"
W.: "Nein!"
O.W.: "Schade. Es war mir ein sehr eigenwilliges Vergnügen. Ich bedanke mich."
W.: "Danke und nicht gleichfalls. Ekeliges Schundblatt euer Klatschmagazin."
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