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After the Blitz kommen die Thunder
10.10.2011, 16:12
Beitrag #1
After the Blitz kommen die Thunder
Thunder In Paradise - Das Kaffeeklatschmagazin aus OK-Town


Neue Besen kehren gut, heißt es bekanntlich. Ob gut nun besser bedeutet, wird sich zeigen, aber man hält sich treu an das Motto einer ehemaligen deutschen Indie-Pop Band, die vor ein paar Jahren sang: "Man kann sicher nicht behaupten, dass es besser wird, wenn es anders wird, aber anders muss es werden, wenn es gut werden soll." Von neuen, innovativen Ideen ist bisher jedoch nichts zu erkennen. Das Team wurde ohne kurzfristige Veränderungen in die Saison geschickt und lässt bisher jegliche Andeutungen einer Handschrift des neuen General Managers vermissen. Vielleicht bringt das geführte Interview unseres Spitzenreporters Olaf Woodcock, ehemaliger, ehrenamtlicher Masseur der Damen-Bodenturnabteilung der Tipton Tiffanys, etwas Licht in die bisher nicht erkennbaren Vorhaben und vor allem auf den unbekannten Fädenzieher unserer geliebten Thunder.


Olaf Woodcock: "Ich freue mich Sie begrüßen zu dürfen, Herr, hmm, Walrus?!"
Walrus: "Walrus passt. Duzen ist sogar auch erlaubt."

O.W.: "Fein fein. Also, die brennenste Frage zuerst. Wie in Teufelsnamen kam der Vorstand der Thunder auf die dämliche Idee dich als neuen G.M. zu präsentieren? Für die Experten bist du ein unbeschriebenes Blatt mit keinerlei Erfahrungen im Basketballbereich. Manche glauben sogar, dass deine Anstellung nur zu P.R.-Zwecken getätigt wurde um wenigstens abseits des Courts in den Medien vertreten zu sein und nicht nur durch miese Ergebnisse zu glänzen."
W.: "Verständlich. Nächste Frage."

O.W.: "Ich hätte aber gerne ein Antwort auf die erste Frage."
W.: "Und ich hätte gerne einen gescheiten Scorer im Team. Man muss lernen mit dem zufrieden zu sein was man hat und bekommt."

O.W.: "Jetzt mal stop hier! Wir wollen ein seriöses Interview führen. Die NBA ist schließlich keine Karnevalsliga und obwohl wir ein Klatschmagazin sind, möchte unsere Leserschaft investigativen Journalismus sehen."
W.: "Dann kann ich die Bestellung der neuen Funkemariechenkostüme unserer Cheerleader wohl stornieren und meine motivierenden Büttenreden vor den kommenden Spielen streichen. Aber, ok. Die Anschuldigung, ich könne auf keine Erfahrungen im Basketballbereich zurückgreifen, erachte ich als haltlos. Ich habe mindestens 3 Teile der NBA Live Serie gespielt. 2000, 2004 und 2008. Na? Ist das etwa nichts?! Die Experten scheinen über unzureichende Quellen zu verfügen. Natürlich waren bisher andere Sportarten meine Steckenpferde, aber sind wir mal ehrlich; so schwer wird es schon nicht sein. Statt 11 Idioten auf dem Feld zu haben, muss ich mich nun um weitaus weniger Spieler kümmern. Woran sollte es also scheitern?"

O.W.: "Wunderbar. Solche Antworten wollen wir lesen! Nächste Frage: Wie sehen die Ziele für die Zukunft aus?"
W.: "Immer einen Korb mehr als der Gegner zu werfen. Wenn das klappt, schwimmen wir im Erfolg. Ich bin jedoch Realist genug um zu wissen, dass dieser Plan leicht übersehbare Lücken hat. Mein Vorgänger hat mir einen ordentlichen Kader mit keinen allzu großen Baustellen überlassen. Hier und da werde ich die Schrauben noch justieren müssen, den kurzfristigen Minierfolg jedoch nicht über die langfristige Planung stellen. Die Playoffs sind stets das Minimalziel, werden aber niemals auf Kosten des Potenzials meines Kaders erzwungen. Lieber ein paar Jahre lang eine Durststrecke erleiden und die Grundlagen für einen Run auf den Titel legen, statt im trostlosen Mittelfeld der Liga zu schimmeln ohne Chance auf eine rosige Zukunft."

O.W.: "Und das heißt konkret?"
W.: "Der Kader wird sich vorerst nicht großartig verändern. Blinder Aktionismus in Form von Trades ist recht unwahrscheinlich. Die erste Saison nutze ich als Testphase, poche auf die stetige Verbesserung meiner Spieler in den kommenden Jahren und ergänze die Problemstellen lieber gezielt. Es würde arg in die Hose gehen, wenn ich dem Team von heute auf morgen ein komplett neues Gesicht geben wollte."

O.W.: "Neues Thema. In der Öffentlichkeit sieht man dich oft mit einem Trikot der Seattle SuperSonics herumlaufen. Dir ist aber schon bewusst, dass du dich in Oklahoma befindest und die Sonics Vergangenheit sind?"
W.: "Ja, klar. Wie gesagt. Nehmen was man bekommt. Das sind alte Überbleibsel der Fanartikel aus der Kammer meines Büros und ich durfte sie behalten. Umsonst! Ohne etwas dafür zu bezahlen! UMSONST! Schrempf, Payton, Kemp, Allen, McGrady. Sämtliche Trikots der Stars..."

O.W.: "McGrady spielte aber nie bei den Sonics..."
W.: "Die Farben der McGrady-Trikots haben auch einen deutlichen Blauton. Das kam mir sofort komisch vor."

O.W.: "Soviel zum Thema Kompetenz und Erfahrung."
W.: "Hey!"

O.W.: "Letzte Frage: Darf ich dich massieren?"
W.: "Nein!"

O.W.: "Schade. Es war mir ein sehr eigenwilliges Vergnügen. Ich bedanke mich."
W.: "Danke und nicht gleichfalls. Ekeliges Schundblatt euer Klatschmagazin."


  (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2011 14:31 von i_am_the_walrus.)
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25.11.2011, 14:31
Beitrag #2
RE: Thunder In Paradise
After the Blitz kommen die Thunder


Der bisherige Name des Magazins sagte unserer Redaktion nicht mehr zu. Zu altbacken, zu 90er, zu abgenutzt und in Anbetracht der abgelaufenen Saison weit entfernt von der Wahrheit. Als schlechtestes Team trug man die rote Laterne fast durchgängig bei sich, verwendete sie aber um die Zukunft weiter zu beleuchten und guter Dinge auf die kommenden Jahre zu blicken. After the Blitz kommen die Thunder. Zu unserem Glück gibt es noch keine Franchise mit dem Namen Lightning oder dergleichen und deshalb soll der Name irgendwann Realität werden. Knicks, 76ers, Bucks, Trailblazers oder Clippers, die dürfen sich vorerst noch oben austoben bis unser Stern aufgeht und die begehrten Ringe die Finger der Oklahoma City Spieler zieren. Hinsichtlich der bald startenden Saison und der laufenden FAP dürfen wir mit Freude bekanntgeben den GM unseres geliebten Basketballteams zu einem exklusiven Interview vor das Mikrofon gelockt haben zu können. Der Starreporter Olaf Woodcock führte in gewohnter Manier das Gespräch unter vier Augen.


O.W.: "Sers Walrus. Come stai?"
W.: "???"

O.W.: "Come stai? Italienisch. Wie geht es dir?"
W.: "Jah, gut, aber, wieso italienisch? Ich verstehe nicht so ganz..."

O.W.: "Den Eindruck haben wir während deiner gesamten Premierensaison genießen dürfen. Du verstehst gar nichts von dem Sport! Aber zurück zum Wesentlichen. Ihr Draftpick war bzw. ist Alim Gianpoalo, ein halber Italiener. Fällt der Groschen nun?"
W.: "Ah, jetzt, ja! Genau. Alim. Guter Junge, sehr sympathisch und seine Wurzeln sieht man ihm nicht an. Dunkler Hautton, perfektes Englisch, kein Schnauzbart, keine Latzhosen, aber als Neuling in unserem Team muss er dennoch gewisse Arbeiten übernehmen, um sich in der Hierarchie einzuordnen. Im Normalfall ist es das Einsammeln der Bälle nach den Trainingseinheiten, aber unser 2nd Rounder Adolphus Breffle war so scharf darauf, dass wir uns für Alim etwas Neues überlegen mussten. Sein Pech, dass seine gesamte Familie direkt mit nach Oklahoma zog und Mama Gianpoalo die Trainingspausen mit italienischen Leckerein versüßt. Famose Delikatessen. Drei Burschen werden mitsamt Bauchladen ihre Köstlichkeiten während unserer Heimspiele an die Zuschauer bringen und uns damit hoffentlich weitere Einnahmen bescheren. Jedenfalls, worauf ich hinauswollte, bekommt das Essen unseren Centern Rhames & Zwack nicht immer gut und Alim muss für die aufkommenden Klempnerarbeiten herhalten. Aber nochmals, er ist ein guter Junge und erfüllt diese Aufgabe mit viel Engagement und Fleiß. Ein Spieler, den man immer in seinem Team haben will."

O.W.: "Danke für die unnötige, ausschweifende Darstellung. Fokussieren wir lieber das Sportliche. Warum Alim? Experten behaupten, dass er nicht so viel Luft nach oben hat, wie eventuell Westall, Frum oder McCurley."
W.: "Mumpitz! Alim ist bereits jetzt auf einem Level, um dem Team helfen zu können. Beachtlicher Shooter, muskulöser Körper, dazu schnell und sprungstark mit einem ausgeprägten Zug zum Korb, defensiv auch keine Fahnenstange. Es fehlt ihm nur etwas an Ballgefühl, aber er wurde nicht verpflichtet, um auf dem Court zu jonglieren oder die Masse zu unterhalten. Seine Qualitäten sind durchaus vorhanden und was aus ihm werden kann, steht genauso in den Sternen, wie es bei den anderen genannten Spielern der Fall gewesen wäre.
Wir, oder viel mehr ich, haben lange überlegt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass weder Frum oder Westall unsere Schwächen derart beheben können, wie es Alim schaffen kann."

O.W.: "Aktuell kommt eine neue Diskussion ins Rollen. Viele GMs reagierten empört über das Draft- und Cutverhalten einiger Teams. Wie stehst du dazu?"
W.: "Der werte Kollege aus Miami brachte es genau auf den Punkt. Es kann nicht sein, dass man Spieler unter Vertrag nehmen will, sie für andere Teams blockiert und einen Tag später doch wieder der drohenden Arbeitslosigkeit entgegensetzt. Vor allem, wenn das Roster noch so viele Lücken und freie Plätze zur Verfügung hat. Ich gebe zu, dass ich etwas entzürnt war, als uns am Draftabend quasi vor der Nase der Russe (Anmerkung der Redaktion: Kalinin) weggeschnappt wurde und am nächsten Morgen eine Nachricht auf meinem Schreibtisch lag, dass er doch keinen Vertrag in Minnesota erhält. Mit Breffle als Füllmaterial bin ich zwar ganz zufrieden, hätte aber mit Sicherheit anders gepickt, wenn der Russe durchgerutscht wäre. Ob ich meinen zweiten 2nd-Rounderpick dann verworfen hätte, kann ich grade auch nicht sagen. Zum Glück findet die Kritik am laufenden Draftsystem positiven Anklang bei der Ligaleitung und ich bin guter Dinge, dass man den Weg zu einer angemessenen Regelung einschlagen wird. Oklahoma steht definitiv hinter der in Miami gestarteten Initiative unter der führenden Hand des bald-Rentners Lucas Hurt. Man stelle es sich mal vor. Ein Italiener und ein Russe! Europäischer Flair in Oklahoma City. Pizza und Wodka bei jedem Heimspiel. Blondinnen in Pelzmänteln. Ein Abramowitsch in der Loge. Eine..."

O.W.: "Es reicht! Nächste Frage. Gleeson, Zwack und nun auch noch Bomia konnten gehalten werden. Dazu Alim und Breffle. Der Kader ist breit, 14 Mann aktuell groß, und für das nächste Jahr liegen insgesamt 5 Draftpicks in deinen Händen. Wird es Veränderungen im Laufe der Saison geben?"
W.: "Wir stehen in lockeren Verhandlungen mit zwei Teams und sind guter Dinge, sofern das Interesse weiterhin besteht, zumindest einen Trade in die Wege zu leiten. Beidseitiger Wunsch war es jedoch die FAP abzuwarten und mit der Weiterverpflichtung Bomias, wurde eine Lücke geschlossen, die bei dem möglichen Trade schwer zu füllen gewesen wäre. Namen werden natürlich nicht genannt.
Von unserer Seite aus wird es keine Aktionen mehr in Richtung neuer, freier Spieler geben. Weder die MLE noch die LLE wird gezogen. Das Team ist jung, benötigt Zeit sich zu entwickeln und je nach der bald erscheinenden Draft-Preview wird entschieden, wie sich das Gesicht des Rosters im Laufe der Saison gestaltet. Cuts stehen im Raum, um wenigstens die Firstrounder mit Sicherheit unter Vertrag nehmen zu können. In dem Sinne wünschen wir unseren Freunden aus Indiana und Minnesota Pest und Cholera gleichzeitig an den Hals, um eine gute Ausgangslage für den nächsten Draft zu haben und das Fundament für eine goldene Zukunft in Oklahoma weiter bauen zu können."

O.W.: "Das klingt...nett, aber so ist das Geschäft. Zum Abschluss bitte noch einmal die Ziele für die kommende Spielzeit."
W.: "Gegen ein weiteres Jahr im Tabellenkeller wird man sich nicht wehren. Unser Plan steht seit Amtsbeginn und wird keine großen Abweichungen erleiden. Ab 2027 sollen die Playoffs erreicht werden und Jahr für Jahr ein Schritt nach vorne gemacht werden. Ideal wäre natürlich erneut den TopPick zu erhalten, um uns vor allem auf der PG-Position ein hervorragendes Talent sichern zu können, wir gehen aber davon aus, dass es nur schwer zu realisieren sein wird, da in Oklahoma Wettbewerbsverzerrung nie zur Debatte steht. Es werden immer die besten Spieler auf dem Platz für den Sieg kämpfen."

O.W.: "Schönes Schlusswort, vielen Dank."
W.: "Di niente. Anzi siamo noi ad essertene grati!"

O.W.: "???"
W.: "Stronzo! Arrivederci..."

 
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